Die Rote Wand ist „nur“ der zweithöchste, aber sicher der markanteste Gipfel im Lechquellengebirge. Nach über 50 Jahren hat das alpine Wahrzeichen nun ein neues Gipfelkreuz erhalten. Die Raiffeisenbank im Walgau hat diese private Initiative finanziell unterstützt.
Ihren Namen hat die Rote Wand (2.704 m) vom roten Liaskalk, der in ihrer bis zu 400 Meter hohen Südwand zu sehen ist. Ihr Gipfelkreuz bekam sie 1966 von einer Gruppe Bergbegeisterter aus Schnifis. Drei Anläufe waren damals nötig! Nachdem der Zahn der Zeit am Gipfelkreuz genagt hatte, formierte sich Anfang 2019 abermals eine Gruppe von sechs Bergkameraden, um es – mit dem Segen der Ersterrichter – zu ersetzen. Sie gründeten den Verein „Gipfelkreuz Rote Wand 2020“.
Regionale Zusammenarbeit
Dies war nur durch die gute Kooperation vieler regionaler Akteure möglich: Die Agrargemeinschaft Schnifis stellte eine Lärche zur Verfügung, der Noriker von Daniel Nigg zog sie aus dem Wald und in der Sägerei Mündle (Satteins) erfolgte der Zuschnitt der Balken. Über den Winter wurde das Holz getrocknet. Die Metallverbindungsteile produzierte Thomas Jenni von der Satteinser Firma Jenni EBM, die Vorfertigung besorgten im Frühjahr die Vereinsmitglieder in Zusammenarbeit mit Engelbert Nigg und Josef Berchtel, zwei pensionierten Schreiner-Routiniers.
Mit Gottes Segen
„Wir wollten die Tradition der Ersterrichtung beibehalten und in ehrlicher Art und Weise das Kreuz neu errichten“, sagt Vereinsmitglied Björn Berchtel. Ein Hubschraubereinsatz kam also nicht in Frage. Und so trug am 4. Juli eine Seilschaft mit den sechs Initiatoren und 20 freiwilligen Helfern die Einzelteile auf den Gipfel und errichtete das 3,75 Meter hohe neue Kreuz. Bereits zwei Wochen vorher war der Vorgänger zersägt und dem Feuer überlassen sowie das Fundament vorbereitet worden. Am 9. August erfolgte dann die feierliche Einweihung: Pater Peter Rinderer zelebrierte eine Gipfelmesse und die Gemeindemusik Schnifis spielte auf. Das ganze Projekt wurde durch Material- und Geldspenden sowie ehrenamtlichen Einsatz möglich. Die Raiffeisenbank im Walgau hat das Projekt finanziell unterstützt.